Mitarbeiterführung in kleineren und mittleren Unternehmen: Top oder Flop?

Sind Sie Führungskraft in einem kleineren oder mittleren Unternehmen? Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieviel Zeit Sie für die Mitarbeiterführung aufwenden sollen? Wahrscheinlich eher nicht? Denn das Tagesgeschäft und das Pflegen Ihrer Kundenbeziehungen haben Vorrang. So ist es auch müssig, dieser Frage länger nachzugehen. Wozu braucht es zusätzliche Anstrengungen? Führung geschieht doch automatisch. Sie haben schliesslich einfache und flexible Strukturen, kurze Entscheidungswege und ganz viel informelle Kommunikation. Und doch merken Sie, dass nicht immer alles rund läuft und Sie eine ausgeprägt hohe Fluktuation haben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt lohnt es sich, die eingangs formulierte Frage zu vertiefen, um Einbussen in der Profitabilität Ihres Unternehmens zu vermeiden.

Führungswissen und Selbstreflexion als erster Schritt

Vielleicht sind Sie in die Rolle der Führung hineingeraten, weil Sie der beste Spezialist auf Ihrem Gebiet sind? Dies kommt in kleineren und mittleren Unternehmen häufig vor und ist weder richtig noch falsch. Oft fehlt jedoch die Vorbereitung auf die Rolle als Führungskraft. Hier beginnt der erste Schritt zur erfolgreichen Führung: Vorerst müssen Sie sich im Klaren sein, ob Sie eine Führungsrolle übernehmen wollen und auch bereit sind, sich fehlendes Knowhow anzueignen. Wollen Sie das Gelernte anschliessend in die Führungspraxis umsetzen, braucht es über das Kennen und Anwenden können verschiedener Führungsmodelle und –werkzeuge hinaus eine kritische Auseinandersetzung mit Ihren persönlichen, sozialen und methodischen Fähigkeiten. Folgende Fragen dienen der Selbstreflexion und sind für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung zentral:

  • „Welches sind meine Stärken und Defizite als Führungskraft?“
  • „Welche Werte sind mir als Führungskraft wichtig?“
  • „Welche Vision verfolge ich?“
  • „Weiß ich um meine Wirkung auf meine Mitarbeiter?“
  • „Wie vermittle ich meine Werte und Vision, so dass meine Mitarbeiter mir freiwillig folgen?“

Insbesondere in kleineren und mittleren Unternehmen, wo der Kontakt zu den Mitarbeitern tendenziell häufiger und enger ist, werden Führungsverantwortliche verstärkt als Vorbild wahrgenommen. Im besten Fall schaffen Sie durch das Vorleben Ihrer Werte und Visionen Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Zweiter Schritt: Aufbau von tragfähigen Beziehungen

In einem zweiten Schritt geht es um den Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu Ihren Mitarbeitern und Ihrem Team. Dazu eigen sich Einzelgespräche mit Ihren Mitarbeitern aber auch Workshops mit Ihrem Team: Finden Sie heraus, was Ihre Mitarbeiter für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen und den anderen Teammitgliedern brauchen. Folgende Fragen dienen der Reflexion mit Ihren Mitarbeitern:

  • „Welches sind Ihre Bedürfnisse, Motivationen und Erwartungen an die Zusammenarbeit?“
  • „Wie gestalten wir die Zusammenarbeit untereinander, damit sich jeder mit seinen Stärken und Präferenzen einbringen kann?“
  • „Wie kommunizieren wir miteinander?
  • „Wie gehen wir mit Konflikten um?“

Gerade vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Eurokrise sowie deren typischen Begleiterscheinungen in Form von Kurzarbeit und Restrukturierungen ist es  äusserst wichtig, eine offene und transparenter Kommunikationskultur sowie empathisches Führungsverhalten zu pflegen.  Dies schafft Vertrauen, Orientierung und tragfähige Beziehungen.

Dritter Schritt: Bewusst führen

Haben Sie die verschiedenen Stadien der Selbsterkenntnis und der gemeinsamen Reflektion mit Ihren Teammitgliedern durchlaufen, werden Sie merken, dass etwas anders geworden ist. Und hier setzt der dritte Schritt des bewussten Führens ein: Sie und Ihr Team wissen, was wirklich wichtig ist und handeln danach. Sie stellen die richtigen Fragen und entwickeln gemeinsam die richtigen Antworten darauf. Nicht zuletzt können Sie Konfliktsituationen souverän meistern. Dies heisst aber auch, dass die Auseinandersetzung mit Ihrer eigenen Rolle als Führungsperson und die Reflektions-Stopps mit ihrem Team ein fortlaufender Prozess sein werden.

Nicht zuletzt heisst erfolgreiche Führung, qualitativ hochstehende Arbeit zu leisten und Ziele zu erreichen, welche sich in finanziellen Resultaten ausdrücken. Beginnen Sie also schon jetzt mit der Entwicklung Ihrer Handlungskompetenz und Führungswirkung.  So wird Ihre Führung nicht zum Flop sondern top!

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