Gewinnfaktor Unternehmenskultur

Ein Schweizer Konzern macht vor, wie man auch in der Krisenzeit dank einer klaren Richtung und gemeinsam gelebten Werten erfolgreich sein kann: CEO Martin Hirzel erläutert das Erfolgsmodell Autoneum und den Gewinnfaktor Unternehmenskultur an einem Vortrag an der Kalaidos Fachhochschule.

Am Meet&Greet vom 26. Januar 2016 der Kalaidos Fachhochschule stand die Unternehmenskultur als einer der zentralen Gewinnfaktoren im Zentrum. Martin Hirzel, Gastreferent und CEO von Autoneum, schilderte, wie es zur Trennung vom Mutterkonzern Rieter und dem Börsengang 2011 kam. Ebenso zeigte er auf, wie die Geschäftsleitung in der damaligen Umbruchphase sowohl die Strategie als auch die Unternehmenskultur entwickelte. Diese neue Stossrichtung war so erfolgreich, dass Autoneum innerhalb weniger Jahre zu dem global führenden Automobilzulieferer für Akustik- und Wärmemanagement wurde.

Martin Hirzel am Meet&Greet der Kalaidos Fachhochschule vom 26.1.2016

Laut Hirzel hat wesentlich zum Erfolg beigetragen, dass die damalige Geschäftsleitung einen klaren Fokus setzte und sich auf vier Erfolgsfaktoren konzentrierte:

  1. Eine klar kommunizierte Strategie
  2. Vereinfachte Strukturen
  3. Eine fehlerfreie operative Umsetzung
  4. Eine Hochleistungskultur

Bald wurde jedoch klar, dass die vier Faktoren allein nicht ausreichen sollten. Was zunächst als das Hinzufügen eines Softfaktors aussah, entwickelte sich zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor: die Einführung einer Unternehmenskultur basierend auf verbindlichen Werten und deren Verknüpfung mit der Geschäftsstrategie. Die Unternehmensstrategie von Autoneum zeigte zwar die Geschäftsprioritäten auf, aber noch nicht, mit welcher Kultur oder mit welchen Werten die damit verbundenen Ziele erreicht werden sollten. Darüber hinaus folgte die Einsicht, dass die Geschäftsziele nur durch eine gelebte Kultur erreicht werden konnten und dass es nicht darauf ankam, wie „smart“ die gewählten Werte waren, sondern was daraus gemacht würde.

So kam es, dass in einer Zeit, die von diversen Restrukturierungen geprägt war, der Unternehmenskultur ganz bewusst eine grosse Bedeutung beigemessen wurde. Die systematische Einführung und Vermittlung der Werte übernahm das HR in Form von Trainings für bestehende Führungskräfte und Mitarbeiter sowie Onboarding-Massnahmen für neues Personal. Zusätzlich haben die Führungskräfte immer wieder das Gespräch mit den Mitarbeitern gesucht (und tun dies heute weiterhin), um aufzuzeigen wie wichtig es ist, die Werte zu leben. Die Diskussion über die Werte und wie diese praktisch umzusetzen sind, wurde ebenfalls in den jährlichen Zielvereinbarungs- und Zielüberprüfungsgesprächen integriert. Gelebt werden die Werte auch heute noch in der täglichen Arbeit. Man spürt: Die Unternehmenskultur trägt zu der Begeisterung für das Unternehmen bei.

Autoneum zeigt, dass der wirtschaftliche Erfolg getragen ist von einem kontinuierlichen Prozess, der die Unternehmenskultur in die Strategie einbindet und der erst durch engagierte Mitarbeiter möglich wird.

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